Blinder Enthusiasmus schadet der Wahrheit | FIGU-Landesgruppe Deutschland

Blinder Enthusiasmus schadet der Wahrheit


Blinder Enthusiasmus schadet der Wahrheit
von Achim Wolf, Deutschland

Nicht Wortgläubigkeit, wilde Begeisterung und unvernünftiger Kampf sind zielführend im Kampf um die Wahrheit, sondern immer Vernunft, Verstand, zusammenhängend-logisches Denken, Besonnenheit, Vorausschaulichkeit, Beharrlichkeit, Verständnis und nicht zuletzt viel Geduld. So bringt es beispielsweise nichts Positives ein, wenn vermeintlich vorenthaltene Rechte im Zusammenhang mit der FIGU-Mission anwaltlich oder vor Gericht geklärt resp. vor der Obrigkeit eingeklagt werden sollen, um sich so zu einem möglicher­weise rein juristisch zustehenden Recht zu verhelfen oder einen ­gefühlten Mangel bei der Erteilung von Rechten, Erlaubnissen usw. auszugleichen. Ein solches Vorgehen gegenüber Behörden, Organisationen und anderen Vereinigungen ohne akuten Grund und ohne direkte Notwendigkeit (z.B. wenn eine FIGU-Gruppe ihrerseits gerichtlich angegangen wird) ist unklug und nicht mit den Zielen der FIGU vereinbar, weil es unlogischer Gewalt entspricht, die wiederum Gegengewalt in Form von Untersagungen, Ausgrenzungen und ggf. juristischen Verurteilungen bewirken würde. Dies ist mit den Grundsätzen der Mission ‹Stille Revolution der Wahrheit› nicht konform. Auch wenn es für manche FIGU-Mitglieder unerträglich zu sein scheint, die Zeit für sich arbeiten zu lassen und eine schier unmenschliche Geduld aufbringen zu müssen, weil sich scheinbar keine ‹greifbaren› Erfolge bei der Arbeit für die Mission einstellen, so muss immer wieder gesagt werden: Die Wahrheit als Gewissheit in Erkennung der Wirklichkeit kann stets nur durch absolut freiwillige, eigenständige und in jeder Form und Hinsicht unbedrängte eigene Bemühungen und Initiativen jedes einzelnen Menschen erarbeitet werden. Und diese Anstrengung spielt sich allein im Bewusstsein der Menschen ab, denn es ist dies für jeden einzelnen ein innerer Kampf, den er in sich selbst ausfechten und gewinnen muss, wenn er/sie alle irrealen Vorstellungen und Glaubensinhalte von sich werfen und die Wirklichkeit der Wahrheit wahrnehmen, erkennen und letztendlich in sich selbst zu Wissen und Weisheit ausarbeiten will. Jede Art von Druck bei der Verbreitung von Informationen und ‹Wahrheiten› erzeugt nur Gegendruck, Unwilligkeit und Gewalt in Form von Widerstand oder behördlicher Willkür, die die FIGU in Verruf  bringen und ihr mehr schaden als nützen. Das hat nichts mit dem Ausüben von Duckmäusertum, einem Kleinbeigeben und ‹den Schwanz einziehen› zu tun, sondern mit Vernunft und Realismus. Die FIGU braucht keine Fanatiker, sondern besonnene Mitarbeiter, die sich auf die wesentlichen Aufgaben des Vereins konzentrieren, und das am besten ohne jegliches Theater, ohne sinnlosen Firlefanz und bei sinnvoller Einordnung in die Ziele und Prinzipien der Gemeinschaft. Das heisst nicht, dass keine eigenen Ideen und Meinungen eingebracht und die Individualität nicht ausgelebt werden dürfte, ganz im Gegenteil; eine Gemeinschaft lebt immer von den Ideen, Initiativen und Besonderheiten der einzelnen Mitglieder. Aber ein falsch verstandener und nicht in vernünftige Bahnen gelenkter Enthusiasmus, vermeintliches Heldentum für die Wahrheit oder vielleicht sogar ein Hang zum Märtyrertum für eine Sache resp. ein Ideal wie das der FIGU ist letztendlich auch eine Form fanatischer Verblendung und damit kontraproduktiv, weil sich FIGU-Mitglieder durch falsche Vorstellungen, fixe Ideen und irre Buchstabengläubigkeit in sinnlose Kämpfe verstricken, wodurch sie das Wichtige und Wesentliche der FIGU-Mission aus den Augen verlieren; und das ist in erster Linie und vordringlich vor allem anderen die eigene Bewusstseinsevolution, um im aktuellen Leben möglichst viel an schöpferisch-natürlichen Gesetzen und Geboten zu lernen, zu verstehen und im eigenen Charakter resp. in der eigenen Persönlichkeit als schöpferisch-natürliche Werte umzusetzen. Wer hier das gesunde Mass zu verlieren droht oder sich aus einem dümmlichen Heldentum gegenüber Widersachermächten für die Wahrheit ‹opfern› will, wobei er auch seine Arbeitsstelle, seinen Studienplatz usw. bedenkenlos aufs Spiel setzt, der sollte mit seinem kindischen Tun schnellstens aufhören, bevor ihn die Realität überholt und unsanft auf dem Boden aufschlagen lässt. Wer das Beste für die Mission und für die Wahrheit erreichen möchte, der sollte die Geisteslehre resp. ‹Lehre der Wahrheit, Lehre des Geistes, Lehre des Lebens› eindringlich und vertiefend studieren sowie in sich arbeiten und wirken lassen – und zwar im Gesamtzusammenhang mit den gegebenen Tatsächlichkeiten seiner Zeit, seines individuellen Lebens, seiner Veranlagungen, seines Charakters und seiner grundlegenden Aufgabe als Mensch. Wenn einzelne Sätze und Begriffe aus der Geisteslehre herausgepickt und als Anlass für einen ‹heroenhaften Kampf für die Wahrheit› genommen resp. aus dem Zusammenhang des Ganzen gerissen werden, dann geht das Ganze in eine Richtung, vor der sich die FIGU unter allen Umständen hüten muss: Nämlich in eine sektiererische, diktatorische und menschenfeindliche Richtung, die nichts mehr mit den Grundsätzen, Idealen und Werten der FIGU resp. der Geisteslehre zu tun hat. Wer solche Tendenzen aufweist und noch dessen belehrbar ist, der sollte geflissentlich auf die guten Ratschläge und Erfahrungswerte älterer Menschen resp. erfahrener FIGU-Mitglieder hören und seine Begeisterung für die Sache bzw. die Mission der FIGU in bewährte, vernünftige und besonnene Bahnen lenken; ansonsten stellt er/sie sich auf eine Stufe mit den Methoden der Kirchen, Sekten, Orden usw., wie beispielsweise den ‹Zeugen Jehova›, die mit allen erlaubten und unlauteren Mitteln ihre Schäfchen für sich gewinnen wollen, indem sie die Menschen immer wieder mit ihren wirklichkeitsfernen Schriften, Weltanschauungen und Zwangsmethoden beharken oder terrorisieren, weil sie nicht begreifen können, dass ihre ‹Lehre› resp. ihre ‹Wahrheit› nicht die Wahrheit der Wirklichkeit und nicht die Wahrheit der Schöpfung und allen SEIN und Seins ist, sondern nur ein rein menschengemachtes Hirngespinst ohne Wert und Substanz.

Die Wahrheit kann man nicht erzwingen; aber man kann die eigenen Fehler, Unzulänglichkeiten und Schwächen durch Erkennung der Wahrheit wahrzunehmen und zu akzeptieren lernen und sie durch harte Arbeit in sich selbst bezwingen, wodurch man mehr und mehr ein wahrer Mensch und Sieger über sich selbst wird. Hier spielt sich der eigentliche Kampf des Menschen ab, und nicht nach aussen hin in einem Kampf gegen die vermeintlich ‹ach so dummen und un­einsichtigen› Mitmenschen, Behörden oder Obrigkeiten. Die ‹Stille ­Revolution der Wahrheit› ist deswegen still, weil sie ein Bewusstseinsprozess ist, der langsam vor sich geht und täglich im Stillen des eigenen Selbst erarbeitet werden muss.

Auszug aus dem FIGU-Text ‹Geschwätzigkeit und Missionieren›:
«Die Erfahrung zeigt, dass das allgemeine Verständnis gegenüber der Lehre des Geistes noch sehr dünn gesät ist. Dieses Unverständnis kann dann sogar dazu führen, dass Beziehungen selbst zwischen engsten Freunden zu Bruch gehen, weil Differenzen, Streit und Hader entstehen können. Verschlimmernd kommt noch hinzu, wenn um jeden Preis versucht wird, seinem Gegenüber die eigene Meinung aufzuzwingen. Wir sind weder Geheimbündler noch schwatzende Missionare, sondern Menschen, die in erster Linie darum bemüht sind, sich selbst die Augen zu öffnen.»

Auszug aus dem Buch ‹Kelch der Wahrheit›, Abschnitt 9:

46) Und wenn ihr nicht mit gutem Wissen in der Lehre der Wahrheit, der Lehre des Geistes, der Lehre des Lebens gerüstet seid, dann entschliesst euch nicht auszuziehen, um die Wahrheitslehre zu verbreiten, sondern seid dafür abgeneigt, denn ohne genügend Wissen könnt ihr mehr Schaden anrichten als Nutzen erschaffen, also sollt ihr zurückbleiben (daheim bleiben) bei den anderen Sitzenden (Daheimbleibenden), wenn ihr in der Lehre nicht genügend anstellig (versiert/gebildet) seid.
47) Zieht ihr aus zur Verbreitung der Wahrheit, wenn ihr nicht genügend anstellig (versiert/gebildet) seid, dann vermehrt ihr die Sorgen der zu Belehrenden, wie auch eure eigenen Sorgen, denn durch euer ungenügendes Wissen in der Wahrheit lauft ihr hin und her und findet keine Mitte, was dazu führt, dass zwischen euch und den zu ­Belehrenden Zwietracht erregt wird, weil manche auf euch hören und manche wider euch sind, wenn ihr die Dinge der Wahrheit nicht im Umfang (nicht umfänglich) auslegen (erklären) könnt, wodurch Zweifel und Missverständnisse wie auch Frevel (Gewalttätigkeiten) entstehen.