Stille & Wurzeln | FIGU-Landesgruppe Deutschland

Stille & Wurzeln

In unserer heutigen Gesellschaft wird die Verbindung zur Natur und ihren natürlichen Rhythmen und Abläufen und damit auch zum Schöpferischen in uns selbst, aus unserem alltäglichen Leben verdrängt. Fast scheint es als wäre es verpönt sein eigenes Denken nicht nur auf das Materielle und auf das Vergnügen auszurichten, sondern sich auch über das Leben an sich Gedanken zu machen. Das Alltagsleben wird dominiert von Technik (Internetz, Fernsehen, Autos), Wohnungen, Häusern und noch von allerlei sonstigen materiellen Werten. Aussergewöhnlich viele Menschen leben in Gebieten und Städten mit einer hohen Bevölkerungsdichte und nur selten haben sie noch eine persönliche Beziehung zu ihren Nachbarn. So leben wir in einer digitalen Welt, einer Scheinwelt, die uns die Gelegenheit verwehrt, echte, sinnliche, sinnvolle und wertvolle Erfahrungen mit Menschen und mit unserer natürlichen Umwelt zu machen.

Seit einigen Jahren stelle ich fest, dass wir in einer Welt leben, in der es schwer fällt, das grosse natürliche und wunderbare Netzwerk der Schöpfung bewusst zu erleben, in das wir Menschen wie auch jegliche andere materielle und geistige Lebensformen mit eingebunden sind. Dadurch, dass wir die Natur und somit die schöpferischen Gesetze und Gebote aus unserem täglichen Leben verdrängt haben, entfremden wir uns immer mehr von unseren natürlichen Lebensabläufen und infolgedessen auch immer mehr von uns selbst.

Doch nicht weit weg von der Geschäftigkeit des Alltags gibt es einen Pol der Ruhe in uns, aus dem heraus wir Kraft schöpfen und die Lebendigkeit des Lebens wieder fühlen können. Dazu müssen wir allerdings unsere Gesinnung ändern und erkennen, dass wir alle Kinder der Schöpfung und der Natur sind, ohne die wir nicht leben können.
 

Wie kann ich meine Gesinnung ändern?

Der Weg dahin ist ein sehr bewusster Vorgang. In aller erster Linie ist es notwendig, dass ich meine Gedanken aus der Geschäftigkeit und Umtriebigkeit löse und so dem Pol der Ruhe in mir den nötigen Platz einräume. Das bewirkt, dass durch dieses Loslassen auch meine Gedanken beginnen, sich in ruhigeren Bahnen zu bewegen. Das Hektische und Betriebsame verflüchtigt sich langsam in die Neutralität.
So vorbereitet und in mir selbst stimmig, nehme ich mir dann die Zeit für die Vielfalt der Naturerscheinungen und besuche einen für mich besonderen Platz, in der Lebensform Wald. Tief in mir werde ich still, und betrachte die Schönheit der Bäume, Pflanzen und der Kleinstlebewesen eingehend.
Wer sich ganz auf die Stille des Waldes einlässt, findet den Weg zu den Wurzeln der Natur und findet den Zugang zu den eigenen Wurzeln wieder. Zu den eigenen Wurzeln zurückfinden bedeutet, sich selbst sein, das eigene Leben wieder wahrzunehmen; es ist ein einfaches Innehalten und Fühlen, was tatsächlich gerade ist. Durch die Verbundenheit zur Schöpfung, zur Natur, entdecken und finden wir uns wieder selbst. Und dadurch gelingt es, Frieden mit sich selbst zu schliessen und diesen inneren Frieden transportieren wir nach aussen. Auf diese neutral–positive Weise wirken wir auf unser Umfeld in angenehmer Form. Harmonie und ein friedfertiger Umgang mit sich selbst, mit den Mitmenschen, der Fauna und Flora breitet sich aus. Dadurch nähern wir uns dem wahrlichen schöpferischen Leben wieder an und werden uns der Verbundenheit zur Natur wieder bewusst. Schon alleine deshalb sollten wir uns mit der Schöpfung und der Natur verbinden und mit Achtung und Respekt die Gaben, die sie für uns bereithält, empfangen. Das, was mir der Wald in diesen Stunden gibt, nehme ich auch in den Alltag mit.


Im Umgang mit meiner Familie und mit meinen Freunden werde ich ebenso ganz still. Wenn ich ihnen zuhöre, bin ich bemüht, mich in ihre Lage zu versetzen. Auf Kritik verzichte ich ebenso, wie auch auf vorschnelle Bewertung, auf Urteile und Vorurteile. Viel mehr denke ich daran, wie jedes Geschöpf seine Daseinsberechtigung hat, und versuche von ihm zu lernen.

Ebenso lasse ich Probleme los, die ich im Moment nicht lösen kann.

Natürlich gelingt dieser Umgang mit sich selbst nicht von heute auf morgen, denn es ist eine Bewusstseinsevolution die das Erkennen voraussetzt. Es wäre allerdings schon mal ein Anfang, dass wir uns wieder um die schöpferische Verbundenheit bemühen, zu erlernen, im Hier und Jetzt zu leben, und die Kräfte der Natur wieder nutzen, um dadurch eine bessere Lebensqualität zu erreichen.

Karin Meier


Geisteslehresymbol
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Die Summe des Lebens ergibt sich nicht
aus irgendwelchen materiellen Werten,
sondern aus wahrer Liebe und Frieden,
aus innerer Freiheit, aus Harmonie und Wissen,
aus Glück sowie Weisheit, aus Freude,
Bescheidenheit und Tugenden.


Billy