Der Mensch (3. Teil) | FIGU-Landesgruppe Deutschland

Der Mensch (3. Teil)

Alles mögen Eltern einem Kind ins Leben mitgeben, nur die Weisheit und die wahre Liebe nicht, denn diese müssen alle Menschen in harter Arbeit und Mühe selbst erlernen.
In jedem aktuellen Leben wird nur das verarbeitet, was in der Evolution bewusstseinsmässig bewältigt und verstanden wird. Des Menschen Suche muss darauf ausgerichtet sein, seine höhere innere Wirklichkeit zu finden, den Kern seines wahren inneren Wesens, das die schöpferisch – natürlichen Impulse aus dem geistigen Bereich aufnimmt und das Zentrum der höheren inneren Realität bildet. Dies kann nur erfolgen durch kontrollierte eigene Gedanken und Gefühle, durch die eine friedliche innere Revolution und bewusstseinsmässige Umwandlung hervorgerufen werden. Aber auch die äussere Realität muss in Augenschein genommen werden. Allein dieses innere und nach aussen dringende individuelle Wesen der Persönlichkeit ist es, das auszuarten vermag, wie durch Vergewaltigung, Töten, Lug und Betrug und alle andere Übel. Dieses Böse wird durch die Gedanken und Gefühle, sowie durch Ideen, Wünsche und Begierden gesteuert und geformt. Die wahre Lehre des Lebens ist unkompliziert, denn sie beruht in wahrer Liebe, Nächstenliebe, Mitgefühl sowie in Freiheit, Frieden und Harmonie, im Bewusstsein und damit in den Gedanken und Gefühlen. Alle Tugenden muss der Mensch aus sich selbst heraus erschaffen. Das Leben stellt uns jeden Tag vor neue Aufgaben, neue Fragen, neue Probleme und Geheimnisse, die zu bewältigen sind. Sie führen uns auf neue Wege, so wir uns jeden Tag neu entscheiden und neuerlich dem Leben stellen müssen . Die Gesetze und Gebote der Schöpfung sind für alle gegeben. Durch Unterlassen guter Dinge in jeder Weise, durch Begierden, Laster, Lüsternheit, Süchte, Triebe, falsche Hoffnungen, unerfüllbaren Wünschen, durch Worte, Handlungen und Taten, richten wir Unheil an. Übertreten wir die Gesetze und Gebote bewusst oder unbewusst ist die Wirkung daraus die gleiche nach dem Kausalgesetz. Achten wir innerlich auf uns, dann werden wir durch unser Gewissen vor allem Ungerechten gewarnt. Jeder Versuchung kann widerstanden werden, wenn wir in unserem Wissen um die Wahrheit stark genug sind und vom Anfang an unsere Gedanken von der Versuchung ablenken. Dazu bedarf es der dauernden Wachsamkeit. Durch jede überwundene Versuchung gewinnen wir neue Kraft.
Es ist das Ego, das die Aussicht auf das Geistige des Lebens vernebelt. Dies darum, weil das Ich zu sehr Wert auf sein eigenes Wohlergehen legt und sich zur Ichsucht und zum Egoismus entwickelt. Dies zu bekämpfen soll das erste Gebot sein, denn erst wenn durch die Erkenntnis der Wahrheit die Sonne der Liebe, die eine Offenbarung des Geistes des Lebens verkörpert, sich am Horizont der Psyche erhebt, vermag man zu erkennen, wie die Wahrheit wirklich ist. Leider bedeuted erst der Tod für viele Menschen den Beginn des eigentlichen Lebens und damit das Wiederaufstrahlen des inneren Sohars. Erfolgt jedoch die nächste Inkarnation, kann durch das Unwissen das selbe wieder zutreffen, wenn nicht eine Verbesserung im Leben zuvor durch das alte Ego mühevoll gerungen und gearbeitet wurde. Nur durch ein wahrlich innerliches Wiedergeborenwerden wird die Finsternis der absoluten oder halbheitlichen Lichtlosigkeit innerhalb eines Erdendaseins beendet. Wenn das Licht der inneren Sinne sichtbar wird und das Wirken des Bewusstseins des Lebens nicht länger als nur ein dumpfes Schicksal erscheint, das wir in Wahrheit selbst kreiert haben, kommt die Erleuchtung. Leuchtet aber das Sohar,, dann erkennt man das Unsichtbare, das Mächtige des Geistes und des Bewusstseins, sowie ihre Kraft als das wirklich Wirkende.
Der Mensch lebt als selbständiges Individuum nicht für sich allein, sondern für und mit allem und jedem, das von der Schöpfung kreiert wurde. Er muss immer weiter auf seinem Weg voranschreiten, wie er auch immer weiter in all seinem Erkennen dessen gehen muss, was rings um ihn in allen Dingen der Schöpfung vor sich geht und was er darin findet. Vor allem nach innerer Ruhe und Zufriedenheit muss er Sorge tragen, denn ohne dieser kann kein Fortschritt und keine wirkliche Entwicklung des Bewusstseins erfolgen.

Anna Herzog

 

Lesen Sie auch:
Der Mensch (1. Teil)
Der Mensch (2. Teil)